Ab 14. Dezember: The Court!
Was macht Mami?Der aufmerksame Leser wird sich nun fragen, wie es denn eigentlich ohne Handy weiterging. Mami hat sich breitschlagen lassen. Sie ist viel auf Dienstreise und nun eine weitere Woche unterwegs. Die haben wir Gnadenfrist. Von der falschen Information von DHL in Sicherheit gewogen, dass das Handy in 5-7 Tagen dort sein wird, telefonierten wir weiter relativ entspannt. Bis Freitag. Mami hat sich wieder für das Wochenende angekündigt.Die HeizkostenabrechnungFreitag abend telefonierten wir wieder relativ nett aber Elena hat einen Brief erhalten. Vom Gericht. Es geht um Heizkosten, die sie für 2 Jahre nachzahlen soll. So um die 300 $. Sie hält es für ein Missverständnis. Ich wundere mich darüber. Wir sprechen darüber, dass solche Zahlungen auch in Deutschland normal sind.Wenn ich ehrlich bin, hab ich sie nicht genau verstanden. Ich verstehe immer nur so um die 75% von dem was sie sagt. Aber ich will auch nicht ständig nachfragen, weil ich merke, dass sie sich Mühe gibt und sie das Selbstvertrauen kostet. Irgendwie haben sie für ihre Studentenwohnung, die sie mit einer Mitstudentin bewohnt, einen Mietvertrag abgeschlossen und sind davon ausgegangen, dass keine Heizkosten anfallen. Die Heizung haben sie auch nicht benutzt. Nun versteht sie nicht, wozu die 300 $ zu zahlen sind. Ich schüttle innerlich ein bißchen den Kopf und sage mir, dass das da unten ganz anders sein muss, als bei uns. Wir sprechen noch über vieles andere. Samstag komme ich nicht zu ihr durch. Also versuche ich es Sonntag wieder. Das GerichtMami hat ihre Dienstreise nochmal verlängert oder ihren Besuch abgesagt. Jedenfalls haben wir noch eine unklare Gnadenfrist für unser laufendes Handyproblem. Doch wir haben schon was neues:Elena war beim Gericht bei einem Richter. Der sagte ihr wohl, dass das alles seine Ordnung hat und er nichts machen kann. Sie soll einfach bis nächsten Freitag zahlen und alles ist ok. Elena wirkt gestresst. Sie versucht mir die Situation zu erklären. Mit dem Mietvertrag in dem nichts von den Heizkosten stand. Und auch ihre Freundin und ihre Mutter haben davon nichts gelesen. Und sie versteht überhaupt nicht, was die wollen. Sie hadert mit der Situation. Sie ist ratlos was sie machen soll. Plötzlich fragt sie mich offen. »Roland, can I rely on you?« Ich bin mir ganz sicher, dass ich hier nicht helfen will. Aber das kann ich natürlich nicht so sagen ;-) Das Gespräch wird unangenehm. Sie überfordert mich. Ich weiche aus. Ich frage, ob Mama nicht helfen kann. Ich höre sie rufen: »That's our common problem!« Ich habe keine Ahnung, was 300 $ in der Ukraine sind. Ist damit auch Mami überfordert, die den beiden Schwestern ihr Studium finanziert? In meinem Kopf rattert es: zuerst die Agency, dann das Handy, jetzt das Gericht. Ich schwanke. Läuft gerade alles wirklich nur dumm oder will man mich aufs Glatteis führen. Es ist wahr, ich vertraue Elena nicht hundertprozentig. Allein schon das .ru in ihrer E-Mail-Adresse ist für mich sehr gewöghnungsbedürftig. Kriege ich doch einen Großteil meines täglichen Spams über irgendwelche russischen Adressen. Ich lasse unsere Gespräche vor mir entlanglaufen. Denke an die schönen Dinge, aber auch an die Situationen, die mich nachdenklich gemacht haben. Ich komme zu keinem Ergebnis. Und kein Ergebnis lautet für mich: ich kann das nicht überweisen. Das Gespräch endet entweder auf Elenas Wunsch oder dadurch dass wieder wieder mal unterbrochen werden und ich nicht mehr durchkomme. >>> 17. Dezember: Die Eskallation >>> Kapitel
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